Projekt Taxi / Tag 8: Istanbul – Bukarest

09.02.2008 – „My friend“, Teil 2

Der zweitägige Aufenthalt in Istanbul ist interessant. Viel Kultur, noch mehr Übers-Ohr-Hauen-Lassen. Die allseits beliebte Phrase „My friend, where are you from?“ gibt’s an jedem Bazar und jeder Straßenecke. (In dieser Situation einfach höflich zurückfragen, woher der fragende Mensch denn selbst kommt. Irritierte Blicke und die Antwort „Istanbul???“ folgen. Gespräch zu Ende.)

Die Jungs vom Taxistand sind super. Erst ein paar Fotos von drei Taxlern, danach helle Begeisterung für das Projekt und Gruppenfoto mit allen!

Bei Vollmond nach Bukarest.

Immer ein tolles Gefühl, am Fenster im Zug zu stehen und auf das Abfahrtssignal zu warten. Viele Fahrgäste werden vom Bahnsteig aus verabschiedet, schön zum Anschauen. Mir winkt keiner.

Der Schlafwagen dieses Mal sauber und funktionierend, Dusche sogar vorhanden, allerdings fehlt der Duschkopf. Habe eh längst aufgehört, mich zu waschen – total überbewertet. „Mädels stehen auf rauhe, dreckige Jungs, die nach Straße riechen“, versucht mich mein Verstand zu überlisten, um den Körpergeruch mit Coolness auszublenden.

03:36 Uhr: Grenzübergang. Türkischer Grenzer schaut meinen Pass an, schaut mich an, schüttelt den Kopf, schaut den Stempel an, schaut sich seine Stempel an, verneint wieder… gibt mir irgendeinen Stempel. Scheint nicht zufrieden zu sein mit meinem Stempel, sagt etwas auf türkisch, ich frag ihn auf deutsch, er schaut mich an, überlegt, gibt mir meinen Pass zurück.

Bulgarien: Kein Stempel, gut, wenn die Jungs meinen! Dafür Aufforderung, mehrere Dokumente mit meinem Namen zu zeigen. Zum Glück hab ich meine Knax-Club Sparkassenkarte dabei, die haut mich raus.

Die andauernden Passkontrollen sind etwas anstrengend. Bulgarien zerlegt den Zug in Einzelteile, wir sind auch erst seit zwei Stunden mit Grenzkontrollen beschäftigt, bin inzwischen Fan von Neonlicht und kann ohne gar nicht mehr einschlafen.

Sultan Chrissy’s Expeditions-Jargon: Finanzielle Mittel knapp, beschließe trotzdem Weiterfahrt nach Bukarest. Körperlich erschöpft – Ausrüstung in besserem Zustand. Proviant neigt sich dem Ende zu, Wasser ist knapp. Fahrt dauert noch 12 Stunden.

Schlafwagentipps 2: In Bulgarien ist es kein Problem, während der Fahrt einfach mal die Waggontür aufzumachen, um gemütlich im Zug rauchen zu können.

madame (c) chrizzytop 2009

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter In Arbeit, Kultur

Eine Antwort zu “Projekt Taxi / Tag 8: Istanbul – Bukarest

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