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Lektionen in Coolheit

Ach ja, übrigens:

Motorsport war mal was echt Saucooles. Und die Typen, die damals Motorsportler waren, waren ebenfalls saucool. Wie zum Beispiel der Kollege James Hunt hier. Es waren wundervolle Zeiten, ehe sich die Formel1 in einen sterilen Plastik-Marketingzirkus mit Milchbubipiloten und Eurodissen-Gogos verwandelt hat. Für mich ist das größte Problem an der Formel1, wie sie heute ist: Abgesehen davon, dass die Autos scheiße aussehen und es sehr ermüdend und ohrenschädigend ist, ihnen beim Rundendrehen zuzuschauen, sind die Fahrer eine absolute Zumutung! Früher hatten die wenigstens noch ccole Namen, wie Graf Berghe von Trips oder so was. Heute heißen sie wie Fußballspieler und sprechen auch so. Ich bin sicher, dass Werbepartner wie die ING Group (Alonso) oder Mercedes Benz (Alesi) bei Marketing-Meetings regelmäßig die Augen verdrehen, weil sie wissen, mit welcher Zweitklassigkeit ihre Testimonials gestraft sind. Aber was sollen sie tun – Motorsportler sind eben so. Und wir, die fetten Säcke, die ihnen vom heimischen Fernseher aus gute Ratschläge zurufen, obwohl sie die besten Rennfahrer der Welt sind, finden das offenbar gut so. Und kaufen ihren Scheiß, weil Nick Heidfeld ihn auch gut findet. Und darum haben wir es auch nicht anders verdient. Trotzdem schade, dass zumindest einige Dinge nicht mehr so laufen wie 1976 (Marlboro).

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Echt passiert Vol.1

Also Folgendes. Ein Freund, trainiert und unter 40, shoppte Buchsen. So nennt man Unterhosen, wo ich herkomme. Ich fand nur „Freund shoppte Buchsen“ besser als „Freund shoppte Unterhosen.“ So.

Freund shoppte also Buchsen im Kauhaus. Kaufhaus-Buchsen-Abteilung. Die Routine: Fünf mitnehmen, unbedingt in gedeckten Unitönen, bezahlen.
(Anmerkung: Das gedruckte Wort (Wochentage, Vornamen) sowie alles, was man auch zur Wandverschönerung einsetzt (also Tapeten- oder Tischdeckenmuster, Rapport, Comics, Icons etc.), hat auf Unterwäsche nichts verloren. Außer auf mancher, und die ist so gut wie ausgestorben. Also vergiss es!)

Dann das Fragezeichen über seinem Kopf: Anprobieren wo? Der Freund fragte eine füllige Fachverkäuferin um Erlaubnis. „Kann ich die mal anprobieren? Ich lass meine auch an und zieh die hier drüber.“

„Selbstverständlich“, sagte darauf die Buchsen-bewanderte Beraterin. Um das klar zu stellen: Wir sprechen hier nicht von irgendeiner Sorte Feger, sondern von deiner Mutter. Oder meiner. Also allgemein von der Art Frau, die für uns mehr den Status einer pflichtbewussten Pflegerin einnimmt. Einer Ersatzmutter, einzig dazu bestimmt uns zu behüten und vor schlecht verarbeiteten Buchsen zu bewahren. Es sind Frauen, denen wir uns anvertrauen, weil wir ihren Rat brauchen. Ihren Rat, wir wir unseren Arsch einpacken sollen. Und der ist es uns allemal wert.

Sie also „Selbstverständlich“, und wies ihm den Weg zu den Kabinen, der Freund folgte flugs.

Women Stop!

Women Stop!

WARUM der Freund hiernach die Kabine überhaupt verließ, um sich in Unterhosen im Spiegel anzusehen, ist mir bis heute nicht klar. Buchsen können ohne Spiegel spielend und in Windeseile von oben herab aus allen Richtungen begutachtet werden, es sei denn, man ist sehr, sehr dick. Man muss nicht im Kaufhaus herumlaufen und der Buchsen guten Sitz im Ganzkörperspiegel beurteilen. Aber was soll’s – er ist halt mehr so der exhibitionistisch veranlagte Typ, warum auch nicht. Ist schließlich sein gutes Recht.

„Sieht doch toll aus“, schrie die Textilien-Tante aufgeregt. Und als hätte sie sich zuvor in der Mittagspause einen Bananenlikör zu viel reingedonnert, nahm sie diesen verletzlichen Moment zum Anlass, ihm einen Lady-Chatterley-mäßigen „Klaps auf den Popo“ (oh Gott!) zu geben. Doch, im Ernst. Mit allem. Auch mit diesem Derber-Onkel-reißt-zotigen-Witz-Gnickern als Untermalung. Das muss man sich mal vorstellen!

Der Freund sagt mir, sein Gefühl in diesem Moment war ein einziges, erstauntes „Ey, Mann! Lass mich, ich hab nix gemacht!“ Er verstand die Welt nicht mehr. Da stand er. In seinen Unterhosen. Und vor ihm diese fremde Frau. Ihm wurde klar, dass sie sein Vertrauen missbraucht hatte. Sie hat die Regeln gebrochen, hat alles kaputtgemacht mit ihrer Gier. Denn eins ist sicher: Man möchte nicht, dass eine Frau jenseits des Klimakteriums in einer Servicesituation den Sex mit ins Spiel bringt. Nicht mal so’n kleines bisschen. Wirklich nicht. Sie hat ihre Verantwortung als gute Beraterin einem flüchtigen Moment geopfert und so für immer verspielt.

Der Freund aber trollte sich. Beschämt zog er sich an und zahlte. Ohne zu murren. Das macht mich stutzig. Kann man es hinnehmen, von Frauen, die unsere Mütter sein könnten, betatscht zu werden? Oder ist das vielleicht gar nicht schlimm? Oder ist es erst dann schlimm, wenn diese reifen Damen einem Geld dafür geben? Womöglich viel Geld? Wie sieht die adäquate Reaktion in diesem Moment aus? Nein, hinzunehmen ist es dem Grunde nach nicht. Aber eine Reaktion, die man erhobenen Hauptes und ohne beleidigend zu werden zeigen könnte, ist im gesellschaftlichen Miteinander nicht vorgesehen. Warum das so ist? Die Antwort schuldet uns Charles Bronson. Denk mal drüber nach.

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Anders sein

Sehr geehrter Herr Podcarsten,

bezugnehmend auf Ihren Kommentar vom 7. d.M. möchte ich Ihnen hiermit die wichtigste Spielregel des neuen betabuben-Zeitgeistes erklären:
Verabschieden Sie sich von gängigen Denk- und Verhaltensmustern, die Männer in autoschraubende Biervertilger und Frauen in kuchenbackende Emo-Gören diversifiziert. Schwul oder nicht schwul, das ist nicht die Frage. Schauen Sie mal im antiken Griechenland vorbei, wo sich gestandene Kriegsgeneräle mit mehreren Frauen und Kindern daheim nach der Dusche regelmäßig gegenseitig den Rücken eincremten.
Umarmen Sie stattdessen die neue Andersartigkeit, die eine Neubewertung sexualtypischer Normen voraussetzt. Oder anders gesagt: Blasen Sie sich doch mal selber einen und gehen Sie danach mit sich selbst ins Kino. Oder umgekehrt.
Sehen Sie? Es ist ganz einfach. Schwul sind Sie deshalb noch lange nicht.
Vergleichen Sie dazu auch folgendes Beispiel:

Cheers,
Ihre betabuben

P.S.: Wir verehren Sie.

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Visionen Pt.1

spirit of a woman

Die Geister, die ich rief

Wenn ich den Lotto-Jackpot erst mal geknackt habe, das ist mal sicher, dann werde ich fortan den lieben langen Tag damit verbringen, mit sündhaft teurem Foto-Equipment zweitklassige erotische Fotografien zu erstellen. Die schicke ich dann an irgendwelche überbewerteten Schlonzmagazine, und die finden das dann so geil „anders“, dass sie mir noch mehr Geld überweisen und mich zwingen, niemals damit aufzuhören. Zehn Jahre später bin ich dann so reich und asozial, dass es nur so knackt. Zu diesem Zeitpunkt wird dann mein fünfter unausstehlich geschmackloser Bildband erscheinen, der in einer limitierten Sonderauflage von nur 10,5 Stück im mundgeplätteten Platineinband erhältlich gewesen wäre, hätte man ihn sich leisten können. Dann werfe ich das sündhaft teure Fotoequipment als Symbol der Nichtanerkennung kultureller Symbole und Werte in einen Hochleistungs-Fleischwolf und versteigere das übrig bleibende Hackwerk als die Action-Installation „Picture-Schlitten 3000“ an das MoMA. Für einen Preis, der hier nicht hinpasst. Die Sekte, die ich vom Erlös gründe, und die mich schließlich zum reichsten Sack macht, der je auf Erden wandelte, wird als „The New Mexican Atombomben“ in die Geschichte eingehen und nichts hervorbringen als bunte Kaftane und weiche Wurst. An meinem hundertsten Geburtstag sterbe ich glücklich und zufrieden an einer Überdosis Zuneigung. Lieber Gott, bitte mach, dass das geht. Dann zieh ich auch nach Holland und werde Sauerstoff-Bauer. Deal?

Vorlage: Dio van der Veen via sexinart.net

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It’s in your hands!

I luv vagina

Frau sein, das ist eine Kunst. Oh ja. Wir Buben werden mit einer Hand am Sack und einem Finger in der Nase geboren, danach werden wir einfach nur immer größer und haariger. Frauen hingegen führen ein Leben in Phasen. Im Lauf ihres Lebens nehmen sie unterschiedlichste Formen an, mitunter bis hin zur Gegenständlichkeit.

Geboren werden sie als Babygirls, wachsen zunächst zu kleinen Mädchen an, mutieren weiter zu großen Mädchen, (zwischendurch immer mal wieder kleinen Mädchen), werden dann Fräulein, dann junge Frauen, dann ganze Frauenzimmer (!), dann Frauen, eventuell Mütter (SEHR advanced!), dann Damen (oder auch Ladies – je nach Sozialisierungsgrad), dann ältere Damen und schließlich alte Schachteln.

Und das ist nur die halbe Miete. Es gibt nämlich auch Zwischenformen wie Mädels, Jungfern (alte), Frolleins, Schnepfen, Wachteln, Tussen, Ischen und noch einige andere Erscheinungsformen, die hier nicht hinpassen.
Die Identitätskrise ist also vorprogrammiert.

Richtig tückisch wird’s, wenn dann die Hormone innerhalb dieses komplexen Systems verrückt spielen. Dann nämlich steht dieses instabile Wesen echten Herausforderungen gegenüber.

Frauensex ist schwierig. Stealthbomber-Niveau, wenn man so will. Unser Sex dagegen ist stumpf, schlicht, robust, in etwa vergleichbar mit einem Sowjet-Panzer aus den frühen Siebzigerjahren. Dieser Unterschied spiegelt sich auch in der dynamischen Sextipp-Landschaft, in der wir uns – gottseidank überwiegend unbewusst – bewegen.

Es gilt die Faustformel:

Das Verhältnis
Sexratgeber Frau / Sexratgeber Mann
entspricht in etwa dem Verhältnis
Coole-Klamooten-Angebot Frau / Coole-Klamotten-Angebot Mann.

Kein Wunder, dass es hier zu Interferenzen kommt.
An uns liegt’s jedenfalls nicht.

Darum gibt es auch so wundervolle Ratgeber-Zitätchen für die weibliche Sexualität wie

„Sie haben vielleicht mehr in der Hand, als Sie glauben.“*

und

„Ja, es ist nicht leicht. Und Sie brauchen Geduld, Ausdauer und den Glauben an sich selbst, dass Sie es schaffen können.“*

Finden wir auch.
Ihr schafft das, ihr Mädels, Tussen und Schachteln!

*aus: Diana Ecker: „Aphrodites Töchter. Wie Frauen zu erfüllter Sexualität finden„, Kösel Verlag, München 2000

Und das Bild ist von { OOoozzZZ }, und  der muss es ja wissen.

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Die Welt, wie sie eigentlich gehört (in echt)

Warum haben Schweden eigentlich fast immer recht?
Wir haben das lange diskutiert und festgestellt, es liegt an drei Dingen:

1. dem Brot
2. der kulturell tief verankerten Wertschätzung von Schnapsgetränken und Fleischklöpsen mit Tunke
3. den Schwedinnen

Note to self: Mietpreise in Stockholm checken, Betabuben ins nördliche Ausland verlagern.

Soundtrack: Minilogue, Malmö

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