Archiv der Kategorie: In Arbeit

Kunst am Samstag LIVE: chrizzytop und „Taxi“ in München!

Sanfrancisco Taxi (c) chrizzytop 2009

Festgemeinde! Wer sich heute zufällig in der bayerischen Landeshauptstadt aufhält und vor lauter Aufhalten abends nichts mehr zu tun hat, der kann sich dann ja ins Café Kosmos lenken und (ab 21 Uhr) die brandneue Ausstellung „Taxi“ des Mega-betabuben chrizzytop bestaunen (über deren wilde Entstehungsmythen wir – seit den lausigen Anfängen – von hier, hier, hier und hier über hier, dann noch von hier bis hier berichtet haben.) Derbe cooles Zeug – Fotos, Grafik, Typografie, in hübschester Aufmachung und für Krisengewinnler auch spottbillig zu kaufen. Seid dort oder seid orthogonal.

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Projekt Taxi / Tag 14: Zürich – München

15.02.2009 – Die letzte Fahrt

Die Nacht in Zürich ist gut. Wäre die gesamte Reise so verlaufen, hätte ich locker noch eine Woche mehr gemacht.

Die letzte Fahrt in einem komfortablen Schweizer Zug führt durch eine verschneite Landschaft. Jede Minute freue ich mich mehr auf München, auf die Wirtschaft gleich um die Ecke beim Hauptbahnhof, auf zu Hause.

Die erste Runde Taxi ist vorüber.

bahn_daham (c) chrizzytop 2009

Und seit heute Abend ist chrizzytop wieder auf altdeutscher Scholle. Welcome back. Projekt wird fortgesetzt. Bleibt getuned.

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Projekt Taxi / Tag 13: Sofia – Zürich

14.02.2009 – Sofia – Milano – Zürich

Saugutes Gefühl, in Sofia im alten Terminal zu sitzen und auf den Flug nach Milano zu warten. Sehr kleiner Flughafen, Rollfeld direkt an der Wartehalle, schneebedeckte Berge im Hintergrund, soweit man sehen kann. Da macht der ganze Flughafenzirkus gleich 3000-mal mehr Spaß. Musik von Kraftwerk, Trans Europa Express, rundet das nostalgische Gefühl ab und ich würde am liebsten einen Rave starten.

Dass ich die Expedition „Taxi Europa“ nur zur Hälfte durchgehalten habe, stört mich kein Bisschen. Es geht heimwärts, dass zählt, nur noch zwei Städte, zwei Taxler fotografieren, fertig.

Hab seit einem Tag nichts mehr gegessen, die letzten Kopeken am Flughafen für Eistee auf den Kopf gehauen. Durst! In der Disko zum Whisky trinken eingeladen worden, eine Flasche. Hoffe, meine Bankkarte funktioniert in Milano… keine Romanzen ohne Finanzen!

Mein Sitznachbar im Flugzeug erklärt mir, die Innenstadt sei eine Stunde entfernt vom Terminal. Gut, hab ne halbe Stunde, falls was nicht klappt. Prompt haben wir Verspätung, in Milano erreiche ich meinen Zug zwei Minuten vor Abfahrt. Schwing mich in einen Sessel und bemerke die mehr als hübsche, junge Frau mir gegenüber.

Wir kommen ins Gespräch, sie gibt mir ihre Wasserflasche, nachdem ich sie nach dem Speisewagen gefragt und ihr von meiner Reise erzählt habe. Sie steigt in Lugano aus, ich fahre weiter nach Zürich und besuche dort Radek, einen Studienkollegen auf Auslandspraktikum.

balkon_balkan (c) chrizzytop 2009

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Projekt Taxi / Tag 11: Bukarest – Sofia

12.02.2009 – Bukarest – Sofia

Ich komme in Bukarest um 17:30 Uhr an und überlege, nur für drei Stunden zu bleiben, um weiter nach Sofia zu fahren. Entschließe mich trotzdem dann zu einer Übernachtung.

Am Bahnhof will mir gleich einer in die Tasche greifen, soll er ruhig, sind Rotztücher drin. Taschendieb hat auch gemerkt, dass ich ihn anschaue, und haut ab.

Ich frag einen Taxler, wie teuer es zu meinem Hostel ist. Sofort kommt irgendeine zwielichtige Gestalt und versucht, auf Englisch mit mir zu verhandeln. 20€ fordert er, ich ignoriere ihn, frage nochmal den Taxifahrer. DJ 20€ wird unruhig, hebt seine Stimme, um sich Nachdruck zu verleihen. Daraufhin bekomme ich einen kleinen Anfall, rede ihn charmant mit lauter Stimme und auf deutsch an, er solle sich doch bitte vom Acker machen. Frage höflichst den Fahrer nach dem Preis, bezahle 4€ und bekomme meine Taxifotos noch dazu.

Im Hostel kommen mir grölende Jungs entgegen, paar der Homies liegen bereits am Boden und pennen. Als die Dame von der Rezeption mir sagt, das Hostel sei ausgebucht, bin ich ihr nicht böse. Frage auf der Straße einen Polizisten nach dem Weg, er antwortet, das das nicht die beste Gegend ist und zeichnet mir eine Beschreibung, der ich folgen soll, damit mir nichts passiert.

Es geht langsam Richtung heimwärts.

Lissabon, Barcelona, Paris und Amsterdam müssen warten, habe keine Kraft mehr. Expeditions-Slang: Finanzielle Mittel knapp, körperliche Verfassung schlecht. Entschließe mich zur Heimreise.

Am nächsten Abend stehe ich am Fenster vom Nachtschnellzug. Auf dem gegenüber liegenden Gleis steht ein ukrainischer Zug mit Fahrtziel Odessa. Ich überlege, bleibe still stehen am Fenster, der Zug setzt sich langsam in Bewegung, ich lege mich schlafen.

betabaer (c) 2009 chrizzytop

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Projekt Taxi / Tag 8: Istanbul – Bukarest

09.02.2008 – „My friend“, Teil 2

Der zweitägige Aufenthalt in Istanbul ist interessant. Viel Kultur, noch mehr Übers-Ohr-Hauen-Lassen. Die allseits beliebte Phrase „My friend, where are you from?“ gibt’s an jedem Bazar und jeder Straßenecke. (In dieser Situation einfach höflich zurückfragen, woher der fragende Mensch denn selbst kommt. Irritierte Blicke und die Antwort „Istanbul???“ folgen. Gespräch zu Ende.)

Die Jungs vom Taxistand sind super. Erst ein paar Fotos von drei Taxlern, danach helle Begeisterung für das Projekt und Gruppenfoto mit allen!

Bei Vollmond nach Bukarest.

Immer ein tolles Gefühl, am Fenster im Zug zu stehen und auf das Abfahrtssignal zu warten. Viele Fahrgäste werden vom Bahnsteig aus verabschiedet, schön zum Anschauen. Mir winkt keiner.

Der Schlafwagen dieses Mal sauber und funktionierend, Dusche sogar vorhanden, allerdings fehlt der Duschkopf. Habe eh längst aufgehört, mich zu waschen – total überbewertet. „Mädels stehen auf rauhe, dreckige Jungs, die nach Straße riechen“, versucht mich mein Verstand zu überlisten, um den Körpergeruch mit Coolness auszublenden.

03:36 Uhr: Grenzübergang. Türkischer Grenzer schaut meinen Pass an, schaut mich an, schüttelt den Kopf, schaut den Stempel an, schaut sich seine Stempel an, verneint wieder… gibt mir irgendeinen Stempel. Scheint nicht zufrieden zu sein mit meinem Stempel, sagt etwas auf türkisch, ich frag ihn auf deutsch, er schaut mich an, überlegt, gibt mir meinen Pass zurück.

Bulgarien: Kein Stempel, gut, wenn die Jungs meinen! Dafür Aufforderung, mehrere Dokumente mit meinem Namen zu zeigen. Zum Glück hab ich meine Knax-Club Sparkassenkarte dabei, die haut mich raus.

Die andauernden Passkontrollen sind etwas anstrengend. Bulgarien zerlegt den Zug in Einzelteile, wir sind auch erst seit zwei Stunden mit Grenzkontrollen beschäftigt, bin inzwischen Fan von Neonlicht und kann ohne gar nicht mehr einschlafen.

Sultan Chrissy’s Expeditions-Jargon: Finanzielle Mittel knapp, beschließe trotzdem Weiterfahrt nach Bukarest. Körperlich erschöpft – Ausrüstung in besserem Zustand. Proviant neigt sich dem Ende zu, Wasser ist knapp. Fahrt dauert noch 12 Stunden.

Schlafwagentipps 2: In Bulgarien ist es kein Problem, während der Fahrt einfach mal die Waggontür aufzumachen, um gemütlich im Zug rauchen zu können.

madame (c) chrizzytop 2009

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Projekt Taxi / Tag 6: Richtung Istanbul

07.02.1009 – Sofia – Thessaloniki – Istanbul

Verkatert erwische ich den Zug am Morgen. Hatte ich endlich mal ein Bett – und trotzdem nicht geschlafen. Ich erinner mich vage, wir haben letzte Nacht dem „noch“ lebenden Fisch der Japanerin die Freiheit geschenkt. Zu dritt und mit dem Fisch ab ins Taxi und zum nächsten Fluss.

Die siebenstündige Fahrt nach Thessaloniki kommt mir ewig vor. Und warum spricht die wahnsinnig gut aussehende Grenzerin nicht genauso charmant mit mir wie mit dem kleinen Konstantin, der mein Sitznachbar ist?

Thessaloniki, Stadt am Meer, ist super. Sehr lockere und freundliche Griechen. Am Anfang heißt es, alles ist unmöglich – aber kaum spricht man drei Sätze miteinander: „Guuut, machen wir dieses Mal ne Ausnahme.“ So darf ich mein Mobilfunktelefon mitten in der Schalterhalle an einer Steckdose aufladen. Kleine Erfolgserlebnisse machen es aus.

Dass vier Jetski-Fahrer sich ein derbes Rennen mit ohrenbetäubendem Lärm auf offenem Meer liefern, will keinen in den Strandcafés so richtig interessieren. Sehr lustig zu beobachten: Der umherstreunende Hund, der mit großer Ruhe Vögel jagt, eigentlich nur, damit er sich ein bisschen bewegt.

Beim Taxlerstand gibt es ein großes „Ohooo“, als ich die Fotos vom mexikanischen Taxler präsentiere. Klar, da darf Griechenland nicht fehlen.

Sogar der griechische Schlafwagen ist der Hit. Komfortabel und alles funktioniert. Den Mädels aus Frankreich, nächste Tür, lass ich heute Ruhe, sollte mal selber schlafen.

Bullis Balkan-Tipps: Der ungeübte Schlafwagen-Fahrer outet sich durch die Masterfrage „Wann bekomm ich denn mein Zugticket zurück?“ Bleibt über Nacht beim Schaffner und gibt’s erst am Morgen.

taxi sarajevo (c) chrizzytop 2009

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Projekt Taxi / Tag 5: Beograd-Sofia

06.02.2009 – Der „Ein Akkord“ Mann

Die Fahrt nach Sofia: Normal bis angenehm. Der Australier von Beograd und ich haben ein Abteil im Schlafwagen. Bei Ankunft haut uns erstmal der nette Taxler richtig übers Ohr. Immerhin gibt es ein Foto zur Erinnerung, für’s Taxiprojekt.

Australien muss am Nachmittag weiter nach Athen, ich mache mich auf in ein Hostel. Cooler Kerl am Empfang, die üblichen Hostel-Granaten unterhalten sich am Tisch. Lange Haare, Jute-Hosen, nichts dagegen, Klischee bestätigt.

Abends geht’s auf eine Reggae-Party, alle um die 18 Jahre. SUPER! Immerhin: Mucke ist in Ordnung, bis der King seinen Gig hat. Es grenzt an Wahnsinn, ein ganzes Lied auf ein- und demselben Akkord + Offbeat zum obligatorischen Bongo-Mann zu spielen. Abgang!

Im Hostel: Die Langweiler schlafen, und so sitzen ein trinkfester Engländer, Australien 2 und zwei hübsche Belgierinnen bei gemütlichen Bier zusammen. Muss um 06:30 Uhr los nach Thesslaoniki.

hotel ecco, sarajevo (c) chrizzytop 2009

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