Archiv der Kategorie: Sexism

In Case You Missed: Bonaparte

Komme grade vom ersten Livekonzert ever in meiner an Livekonzerten nicht armen Livekonzertkonsumentenkarriere, bei dem (keine Sorge, das ist keine Obsession, sondern was Kulturelles) ein wirklich nackter Mann über die Bühne raven tat. Dafür erhält die internationale Berliner Krawallcombo Bonaparte unsere ehrenvolle Erwähnung. Wer das Gefühl hat, diese Musikformation sei inzwischen schon oft genug bzw. zu oft erwähnt worden, der schaut hier und hier einfach nicht hin. Was daran gut ist? Das Musikalische kanns bei Elektronikkrachmusik natürlich generell nicht sein (häufige Fehldenke), deswegen ist es halt der Spaß. Den haben die Masken- und Penisboys ca. hundertmal mehr als die vergleichbar aufgetrashten verklemmten Trauermuschis mit den falschen Damenbärten. Glaubt’s uns ruhig.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bumstechno, Sexism

Kunst am Sonntag: Stöhn!

Die taz ordnet das Phänomen vielleicht nicht ganz genau so ein wie wir, meint aber vielleicht ja auch was ganz Anderes. Der neue Sexismus jedenfalls: er lebe hoch, am heutigen Internationalen Frauentag, der bei den Unverbesserlichen, weil Allerbesten, passenderweise auch hübscher aussieht als überall sonst im deutschen Medienstadl.

taz_090308

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Kultur, Sexism

Echt passiert Vol.1

Also Folgendes. Ein Freund, trainiert und unter 40, shoppte Buchsen. So nennt man Unterhosen, wo ich herkomme. Ich fand nur „Freund shoppte Buchsen“ besser als „Freund shoppte Unterhosen.“ So.

Freund shoppte also Buchsen im Kauhaus. Kaufhaus-Buchsen-Abteilung. Die Routine: Fünf mitnehmen, unbedingt in gedeckten Unitönen, bezahlen.
(Anmerkung: Das gedruckte Wort (Wochentage, Vornamen) sowie alles, was man auch zur Wandverschönerung einsetzt (also Tapeten- oder Tischdeckenmuster, Rapport, Comics, Icons etc.), hat auf Unterwäsche nichts verloren. Außer auf mancher, und die ist so gut wie ausgestorben. Also vergiss es!)

Dann das Fragezeichen über seinem Kopf: Anprobieren wo? Der Freund fragte eine füllige Fachverkäuferin um Erlaubnis. „Kann ich die mal anprobieren? Ich lass meine auch an und zieh die hier drüber.“

„Selbstverständlich“, sagte darauf die Buchsen-bewanderte Beraterin. Um das klar zu stellen: Wir sprechen hier nicht von irgendeiner Sorte Feger, sondern von deiner Mutter. Oder meiner. Also allgemein von der Art Frau, die für uns mehr den Status einer pflichtbewussten Pflegerin einnimmt. Einer Ersatzmutter, einzig dazu bestimmt uns zu behüten und vor schlecht verarbeiteten Buchsen zu bewahren. Es sind Frauen, denen wir uns anvertrauen, weil wir ihren Rat brauchen. Ihren Rat, wir wir unseren Arsch einpacken sollen. Und der ist es uns allemal wert.

Sie also „Selbstverständlich“, und wies ihm den Weg zu den Kabinen, der Freund folgte flugs.

Women Stop!

Women Stop!

WARUM der Freund hiernach die Kabine überhaupt verließ, um sich in Unterhosen im Spiegel anzusehen, ist mir bis heute nicht klar. Buchsen können ohne Spiegel spielend und in Windeseile von oben herab aus allen Richtungen begutachtet werden, es sei denn, man ist sehr, sehr dick. Man muss nicht im Kaufhaus herumlaufen und der Buchsen guten Sitz im Ganzkörperspiegel beurteilen. Aber was soll’s – er ist halt mehr so der exhibitionistisch veranlagte Typ, warum auch nicht. Ist schließlich sein gutes Recht.

„Sieht doch toll aus“, schrie die Textilien-Tante aufgeregt. Und als hätte sie sich zuvor in der Mittagspause einen Bananenlikör zu viel reingedonnert, nahm sie diesen verletzlichen Moment zum Anlass, ihm einen Lady-Chatterley-mäßigen „Klaps auf den Popo“ (oh Gott!) zu geben. Doch, im Ernst. Mit allem. Auch mit diesem Derber-Onkel-reißt-zotigen-Witz-Gnickern als Untermalung. Das muss man sich mal vorstellen!

Der Freund sagt mir, sein Gefühl in diesem Moment war ein einziges, erstauntes „Ey, Mann! Lass mich, ich hab nix gemacht!“ Er verstand die Welt nicht mehr. Da stand er. In seinen Unterhosen. Und vor ihm diese fremde Frau. Ihm wurde klar, dass sie sein Vertrauen missbraucht hatte. Sie hat die Regeln gebrochen, hat alles kaputtgemacht mit ihrer Gier. Denn eins ist sicher: Man möchte nicht, dass eine Frau jenseits des Klimakteriums in einer Servicesituation den Sex mit ins Spiel bringt. Nicht mal so’n kleines bisschen. Wirklich nicht. Sie hat ihre Verantwortung als gute Beraterin einem flüchtigen Moment geopfert und so für immer verspielt.

Der Freund aber trollte sich. Beschämt zog er sich an und zahlte. Ohne zu murren. Das macht mich stutzig. Kann man es hinnehmen, von Frauen, die unsere Mütter sein könnten, betatscht zu werden? Oder ist das vielleicht gar nicht schlimm? Oder ist es erst dann schlimm, wenn diese reifen Damen einem Geld dafür geben? Womöglich viel Geld? Wie sieht die adäquate Reaktion in diesem Moment aus? Nein, hinzunehmen ist es dem Grunde nach nicht. Aber eine Reaktion, die man erhobenen Hauptes und ohne beleidigend zu werden zeigen könnte, ist im gesellschaftlichen Miteinander nicht vorgesehen. Warum das so ist? Die Antwort schuldet uns Charles Bronson. Denk mal drüber nach.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Sexism, So läuft's Business

Sagen Sie jetzt nichts!

So lacht der Brite – bester Sexism nach unserem beta-bescheidenen Geschmack: „Women, know your limits!“, ein Clip aus der BBC 2-Comedyserie „Harry Enfield and Chums“ der 90er Jahre. Absoluter Geniestreich des frühen Harry Enfield, der später nicht mehr so wahnsinnig viel Glück mit seinen Produktionen hatte, aber für diesen Clip, seinen bekanntesten, zum Betabuben ehrenhalber ernannt wird. Bitte Urkunde und Zugangsdaten abholen unter beta ätt betabuben pnkt com.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Sexism

Wenn’s mal wieder länger dauert

//flickr.com/photos/63186767@N00/Es läuft einfach alles nach so simplen Regeln ab, dass ein Kopfschütteln als Reaktion auf die folgende klinisch erprobte Wahrheit den Leser als absoluten Trottel und Nixchecker outen wird. Diese Körpergeste ist uns aber gerade entflutscht, als und derweil britische Wissenschaftler nach der viel beachteten Münzeinwurf-Theorie neulich schon wieder was Bezauberndes zum Paarungswesen rausfanden. Die News, diesmal aus dem respektablen Fach „Theoretische Biologie“: Frauen lassen potenzielle neue Typen deshalb zappeln, weil sich, wenns nicht gleich zur Sache geht, die Assis unter den Kandidaten recht schnell trollen. Die „guten“ Buben aber bleiben geduldig, schwören sich dabei, dass sie „die Alte schon noch knacken“, in Wirklichkeit befinden sie sich aber bloß in einem von Mutter Frohnatur veranstalteten Casting für potenzielle Nachwuchswickler.

The mathematical model assumes that the male is either a ‘‘good’’ or a ‘‘bad’’ type from the female’s point of view, according to his condition or willingness to care for the young after mating. The female gets a positive payoff from mating if the male is a ‘‘good’’ male but a negative payoff if he is ‘‘bad’’, so it is in her interest to gain information about the male’s type with the aim of avoiding mating with a “bad” male. … Because bad males have a greater tendency to quit the courtship game early, as time goes on and the male has not quit it becomes increasingly probable that he is a “good” male. … A male is assumed to always want to mate with a female, but a good male is more willing to pay the cost of a long courtship in order to claim the prize of mating.

Simple Verklemmtheit frauseits ist demnach ein evolutorischer Vorteil, weil einem das Warten auf den Geschlechtsakt (hab gehört, soll ganz viel Spaß machen) nicht so ewig lang vorkommt. Wir Jungs sind dann mal solange im Darkroom.

Why you can’t hurry love [ucl.ac.uk]
via the New Shelton wet/dry

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Sexism, So läuft's Business

It’s in your hands!

I luv vagina

Frau sein, das ist eine Kunst. Oh ja. Wir Buben werden mit einer Hand am Sack und einem Finger in der Nase geboren, danach werden wir einfach nur immer größer und haariger. Frauen hingegen führen ein Leben in Phasen. Im Lauf ihres Lebens nehmen sie unterschiedlichste Formen an, mitunter bis hin zur Gegenständlichkeit.

Geboren werden sie als Babygirls, wachsen zunächst zu kleinen Mädchen an, mutieren weiter zu großen Mädchen, (zwischendurch immer mal wieder kleinen Mädchen), werden dann Fräulein, dann junge Frauen, dann ganze Frauenzimmer (!), dann Frauen, eventuell Mütter (SEHR advanced!), dann Damen (oder auch Ladies – je nach Sozialisierungsgrad), dann ältere Damen und schließlich alte Schachteln.

Und das ist nur die halbe Miete. Es gibt nämlich auch Zwischenformen wie Mädels, Jungfern (alte), Frolleins, Schnepfen, Wachteln, Tussen, Ischen und noch einige andere Erscheinungsformen, die hier nicht hinpassen.
Die Identitätskrise ist also vorprogrammiert.

Richtig tückisch wird’s, wenn dann die Hormone innerhalb dieses komplexen Systems verrückt spielen. Dann nämlich steht dieses instabile Wesen echten Herausforderungen gegenüber.

Frauensex ist schwierig. Stealthbomber-Niveau, wenn man so will. Unser Sex dagegen ist stumpf, schlicht, robust, in etwa vergleichbar mit einem Sowjet-Panzer aus den frühen Siebzigerjahren. Dieser Unterschied spiegelt sich auch in der dynamischen Sextipp-Landschaft, in der wir uns – gottseidank überwiegend unbewusst – bewegen.

Es gilt die Faustformel:

Das Verhältnis
Sexratgeber Frau / Sexratgeber Mann
entspricht in etwa dem Verhältnis
Coole-Klamooten-Angebot Frau / Coole-Klamotten-Angebot Mann.

Kein Wunder, dass es hier zu Interferenzen kommt.
An uns liegt’s jedenfalls nicht.

Darum gibt es auch so wundervolle Ratgeber-Zitätchen für die weibliche Sexualität wie

„Sie haben vielleicht mehr in der Hand, als Sie glauben.“*

und

„Ja, es ist nicht leicht. Und Sie brauchen Geduld, Ausdauer und den Glauben an sich selbst, dass Sie es schaffen können.“*

Finden wir auch.
Ihr schafft das, ihr Mädels, Tussen und Schachteln!

*aus: Diana Ecker: „Aphrodites Töchter. Wie Frauen zu erfüllter Sexualität finden„, Kösel Verlag, München 2000

Und das Bild ist von { OOoozzZZ }, und  der muss es ja wissen.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Sexism, So läuft's Business

Goldene Eier: Lass klingeln!

Die Ansage „Ich freu mich gar nicht so sehr dich zu sehen, das ist nur mein dicker Geldbeutel“ lässt die Ladies Sternchen sehen. Wer hat’s herausgefunden? Britische Forscher, natürlich!

Britische Forscher haben nun eine neue Theorie zum weiblichen Orgasmus vorgestellt. … „Die Orgasmus-Häufigkeit bei Frauen steigt mit dem Einkommen ihres Partners“, sagte Thomas Pollet von der Newcastle University der Zeitung „The Times“. Es handle sich um ein Evolutionsphänomen, das Frauen bei der Auswahl ihres Partners helfe. „Es hilft ihnen, die Qualität von Männern zu unterscheiden“, sagte Pollett dem „Telegraph“.

Prima, was britische Forscher zum Thema sonst noch so alles rausgefunden haben: Dass verheiratete Menschen den meisten Sex haben, dass es sich im Suff leichter drauflosvögelt, vor allem wenn Erdbeeren im Spiel sind bzw. wenn die Visage was angenehm Unverbindliches verspricht.

Was hamma glernt? Besser so rum als mit Muddi.

Frauen haben mit reicheren Männern häufiger Orgasmen [spiegel.de]

//www.flickr.com/photos/merkley/ - His Rights Reserved

Bild: merkley, merkley, merkley

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Sexism